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13. Juni 2016

Wenn Gottes Geist (auch heute noch) durch Musik wirkt…

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David spielt für Saul – eine Plastik des Bildhauers Alexander Zschokke (Standort: Elisabethenstrasse Basel)

Samuel 16, 14-23

Nachdem David zum zukünftigen König gesalbt wurde, trieb es ihn wieder zurück in die Abgeschiedenheit. Er suchte nicht die „grosse Bühne“ (s. TUNE IN 172). Aber sein erster Auftritt kam schon bald: sein Auftritt als Musiker! Sein Publikum war von allerhöchstem Rang: Der König Saul. Dieser wurde von einem bösen Geist geplagt, und man rief daher nach einem Saitenspieler.
Dies ist seltsam. Hier riefen die Männer Sauls nach einem Musiker wie man heute nach einem Psychiater oder nach einem Seelsorger ruft… Denn offensichtlich wusste man in Israel: Musik kann heilen – oder genauer gesagt: Der Geist Gottes kann durch Musik heilen und befreien – und wohl auch anderweitig wirken.
Bemerkenswert ist auch, dass man nicht irgendeinen Saitenspieler ruft, sondern diesen sorgfältig auswählt. David ist für sein gutes Saitenspiel bekannt – neben seinen anderen Eigenschaften, die in Vers 16,18 genannt werden (tüchtig zum Kampf, verständig im Reden, schön von Gestalt). Und vor allem weiss man: Der Herr ist mit David! Tatsächlich weicht der böse Geist von Saul, als David spielt.
In 2.Könige 3,15 finden wir eine andere interessante Stelle: Der Prophet Elisa ruft nach einem Musiker, um ein prophetisches Wort empfangen zu können.
Verlassen wir diese alttestamentlichen Bezüge und fragen uns:

Gibt es auch heute noch ein solch „geist-offenes Musizieren“, das Prophetie freisetzt, das Befreiung von dunklen Mächten bringt und vielleicht auch auf andere Weise den Heiligen Geist wirken lässt?

Vor Jahren haben wir bei Crescendo begonnen, uns mit diesem Thema zu beschäftigen. Der erste Anstoss kam von einem Ensemble, das damals in England wirkte und sich Wellspring nannte. – Heute setzt einer seiner Gründer, Richard Williamson, diesen Dienst unter dem Namen Epiphany fort (www.epiphanymusic.org.uk).
Und auch bei Crescendo praktizieren wir dies unter dem Namen “Play & Pray”– siehe Information unten.
Hier nun einige Berichte von Wellspring:

“Wir waren schon zwei Mal in Pakistan. Das eine Mal konnten wir in einem weltlichen Konzert nichts über den Glauben sagen. So gaben wir ein gewöhnli­ches Konzert mit Mozart, Brahms und mit Stücken anderer Komponisten. Als Zugabe begannen wir, frei zu improvisie­ren. Nach dem Konzert kamen Zuhörer nach vorn und fragten uns, was geschehen war: Sie hatten Lichterscheinun­gen, wohl Engel und Jesus, gesehen. Diese Zuhörer kamen zum Glauben.”
“Ein okkult belasteter Mann kam zu mir. Obwohl ich viel Erfahrung mit dem Befreiungsdienst habe, übertraf dies alles, was ich bisher erlebt hatte. Der Mann konnte auch mit viel Gebet nicht frei werden. Nichts schien zu helfen – bis ich einen klaren Eindruck hatte: «Spiele Musik»! Ich bat meine Frau, ihre Flöte zu holen und zu spielen. Nach den ersten Tönen war der Mann augenblicklich befreit.”

Soweit zwei Beispiele von „Wellspring“ Ein dritter Erlebnisbericht kommt aus unserer Crescendo-Arbeit, und zwar aus einem unserer KIRCHE KREATIV- Gottesdienste: “In Basel sass einmal eine Frau in der Bank. Sie schloss die Augen und plötzlich war ihr, Gott würde sagen: „Höre auf die Oboe! Ich will zu dir sprechen!“ – Aber da war gar keine Oboe. Nun war es so, dass sich die Musiker im Raum bewegten und durch die Reihen gingen. Und plötzlich fing ganz in ihrer Nähe doch eine Oboe zu spielen an. Wie wenn jemand einen Film eingelegt hätte, sah nun die Frau vor ihrem inneren Auge Szenen aus ihrer Kindheit; vor allem schmerzhafte Szenen, in denen sie verletzt wurde. Nach einiger Zeit hörte der Oboist zu spielen auf und kam, obwohl er sie nicht kannte, zu ihr hin und sagte: „Ich habe den Eindruck, ich soll für Sie beten. Vor allem, dass Schmerzen aus Ihrer Kindheit geheilt werden…“

In diesen Beispielen handelte es sich (wie in den alttestamentlichen Stellen) um improvisiertes Spielen, das keinen Anspruch auf „hohe künstlerische Qualität“ erhebt.
Zweifellos: Gottes Geist kann auch gewaltig durch komponierte Musik hindurch „wehen“ – wie er auch durch ein Gedicht, ein Bild, einen Tanz, ein Schauspiel oder einen Film wirken kann.
Aber es ist ein Geheimnis um diese Art des „spielenden Betens und betenden Spielens“, das noch mehr entdeckt werden möchte…

Bei Crescendo haben wir dieser Form den Namen “Play & Pray” gegeben. Es gibt bereits mehrere Kreise, die sich regelmässig dazu treffen. Jeder kann “Play & Pray” selber einüben, aber wir bieten auch „Kurse“ an. Die nächsten “Play & Pray”-Workshops finden im Rahmen des “Crescendo Sommerinstituts” vom 25.7.-8.8. in Ungarn statt, zu dem man sich als Gast anmelden kann. siehe www.crescendohungary.org Interessiert? Dann kontaktiere uns und wir schicken gern Informationen zu.

Text: Beat Rink

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