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20. Juni 2016

Ersatzspieler

By | Tune In | No Comments

In fast jedem Fussballspiel kann man beobachten, dass Trainer irgendwann einige Spieler durch Ersatzspieler eintauschen. Meistens passiert das in der zweiten Hälfte des Spiels. Entweder sollen dadurch erschöpfte Spieler abgelöst oder die Spieltaktik verändert werden.

Findet so ein der Wechsel statt, dann findet sich der Ersatzspieler in einem Spiel wieder, dass vor etwa einer Stunde ohne ihn begonnen hat. In dieser Zeit ist natürlich schon viel geschehen. Der neue Spieler muss das Spiel also nicht beginnen – er muss es nur zu einem guten Ende bringen – durch zusätzliche Tore oder durch das Halten des Resultats, wo das Spiel bisher zugunsten seines Teams lief.

Ist uns schon aufgefallen, dass wir in Gottes Reich Ersatzspieler sind? In der westlichen Welt sind wir der Auffassung, dass der Tag dann beginnt, wenn wir morgens aufstehen. Dies haben wir von den Römern übernommen, die sogar die Tagesstunden ab Sonnenaufgang zählten. Jedoch heisst es auf der ersten Seite der Bibel „Und es ward Abend und ward Morgen: ein erster Tag.“(1.Mose 1,5) Dem biblischen Verständnis nach beginnt der Tag also bei Sonnenuntergang, nicht bei Sonnenaufgang.

Wie beim Fussballspiel besteht auch der Tag aus zwei Hälften und die Bibel sagt uns, dass die erste Hälfte des Tages jene ist, in der wir schlafen. In diesen Stunden spielt Gott das Spiel und bereitet alles darauf vor, dass wir dann als Ersatzspieler eingewechselt werden. In Epheser 2,10 steht: “Denn sein Gebilde sind wir, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, zu denen uns Gott im voraus bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollten.“

Wir tun gut daran, wenn wir uns jeweils zu Tagesanafang daran zu erinnern, dass wir Ersatzspieler in Gottes Spiel sind. Dieser Gedanke wird uns dann empfänglicher und sensibler machen für all die Dinge, die um uns herum geschehen. Gleichzeitig wird er uns von dem Druck befreien, dass alles von uns abhängt. Denn am Ende ist es lediglich unsere Aufgabe, Gottes Vorarbeit zu beenden. Lasst uns unsere Arbeit heute im Bewusstsein tun, dass Gott es „den Seinen während dem Schlafen gibt.“ (Psalm 127,2) nach einer holländischer Bibelübersetzung).

Text: Dr. Marcel S. Zwitser / Übersetzung: Johanna Schwarzl

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