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Mai 2017

Artreach: ein prophetisches Wort

By Tune In No Comments

Es gibt heute noch wegweisende prophetische Worte. Sie verdienen besonders dann unsere erhöhte Aufmerksamkeit, wenn sie etwas Neues sagen. Vor Jahren hatte der Musiker Scott McLeod auf einer Reise durch die Schweiz eine Vision. Vor dem Löwendenkmal in Luzern bekam er ein prophetisches Wort. Dies schlug sich in einem dünnen Büchlein nieder. Nun müssen solche Worte natürlich sorgfältig geprüft werden. Die Schrift „Der Löwe des Lichts“ ist durch viele Hände gegangen und von zahlreichen Lesern „geprüft“ worden. Obwohl 2001 geschrieben und als „Wort an die Schweiz“ formuliert, in dem unter anderem die Abkehr vom Mammon angemahnt wurde, ist die Prophetie immer noch gültig und in manchen Teilen über die Schweiz hinausweisend. Er spricht dort unter anderem von der zentralen Rolle, die Künstler im Missionsfeld spielen werden.
Der folgende verwandte Text über „Artreach“ (= Art + Outreach / Missionseinsatz) war Teil einer anderen kleinen Schrift von Scott MacLeod:

„Es gibt ein neues Phänomen, das in Kirche und Welt Einzug halten wird. Man wird es «Art­reach» nennen. Was bedeutet «Artreach»? Es ist eine Form von Evangelisatiosseinsatz, die stark von göttlicher Kreativität ge­prägt sein wird. In der nächsten Phase der Kirchengeschichte wird «Artreach» die zentrale Methode sein, mit der wir der Welt das Evangelium bringen können. Gott wird vom Heiligen Geist inspirierte Kreativität einsetzen; sein Volk wird sie verbreiten und so Menschen in aller Welt erreichen. «Denn die Erde wird voll werden von Erkenntnis der Ehre des HERRN, wie Wasser das Meer bedeckt.» (Habakuk 2,/4)Wir gehen auf eine Zeit zu, in der die Gemeinde Jesu durch die Kreativität Gottes gestärkt und belebt wird!
Der Heilige Geist ist hinter den Kulissen an vielen kreativen Orten bereits am Werk: in Hollywood, in Nashville, in Austin/Texas, in Belo Horizonte, in Zürich, in Berlin, in Vancouver eben­so wie in vielen anderen Zentren der kommenden Renaissance. Gott will die Künste gebrauchen, um die Herzen der Menschen anzusprechen. Wenn ich von den Künsten spreche, dann meine ich Kunst in ihrer ganzen Vielfalt. Die Künste und die Medien sind eines der zentralen Schlachtfelder zwischen Licht und Finsternis – und das Evan­gelium vom Licht wird die Dunkel­heit überwinden!…
Der Herr ist dabei, sich eine Streitmacht zusam­menzustellen, die durch eine intensive Zeit der Vorbereitung geht, die nicht selten mit grossen persönlichen Misserfolgen verbunden ist. Als Frucht dieser Erfahrungen werden die betref­fenden Menschen eine grosse Demut und Gebrochenheit besitzen. Diese Menschen, die von Gott inspi­riert sind, werden auf völlig unkon­ventionelle Art und Weise handeln, weil sie dem Geist Gottes folgen und sich nicht von zeitlich begrenzten Er­folgen, Ruhm oder Reichtum abhän­gig machen.“

Buchbestellung “Löwe des Lichts”: LINK

Text: Beat Rink

Kunst und Weisheit III

By Tune In No Comments

Salomon / Amenemope

Christen am Rand?!

Ein Freund von mir, der viele christliche Bücher geschrieben hat, suchte bei einer der weltweit grössten Buchmessen die christlichen Verlage auf. In einer grossen Halle, die für „Religionen“ reserviert war, fand er supermoderne, beeindruckende Stände. Besonders attraktiv präsentierten sich die Esoteriker und die Okkultisten. Nach langer Zeit fand er die Christen. In einem Winkel gab es einen kleinen Sammelstand verschiedener Verlage, der sehr unbeholfen und eigentlich peinlich wirkte. Warum sind wir Christen oft so am Rand? Warum will die Welt unsere „Weisheit“ nicht? Weil die „Welt“ uns nicht mag? Weil da „geistlicher Kampf“ ist? Kann sein. Aber da gibt es noch andere Gründe…

Amenemope in der Bibel
Lesen wir in den Sprüchen Salomos, so fällt auf: Da ist selten von Gott die Rede. Viele Sprüche beziehen sich auf allgemeine Lebensfragen. Ebenso gut könnten sie von einem Nicht-Gläubigen geschrieben sein. Und noch erstaunlicher: In Sprüche 22,17-23,11 finden wir Teile aus dem ägyptischen Weisheitsbuch des Amenemope. Eigentlich seltsam, dass biblische Schreiber ohne Probleme Texte aus einer anderen Kultur und Religion übernehmen konnten. (Immerhin werden darin keine anderen Götter angesprochen) Das heisst: Salomo dachte welt-offen. Denn er wusste: Es gibt Weisheit in der Welt. Aber noch wichtiger: Gottes Weisungen sind eine Hilfe für die Welt.

Weltfremdes Christentum
Diese Offenheit gegenüber der Welt überrascht. Wir vermissen sie in christlichen Kirchen leider nur zu oft. Die Folgen davon sind eben: Christen sind in der Öffentlichkeit kaum präsent. Und wenn sie präsent sind, ist es oft peinlich. Christen haben in der Welt nichts Substantielles zu sagen. Für die Probleme der Welt finden sie entweder keine Antworten oder mischen sich schon gar nicht in den Diskurs ein. Christen bewegen sich in einer Subkultur. Kirchen sind für viele Menschen eine andere, unzugängliche Welt. Christen haben eine tiefsitzende Berührungsangst mit der Welt. Und ganz praktisch: Unsere Kirchengebäude werden immer schöner und teurer, weshalb das Geld für einen guten Auftritt in der Öffentlichkeit nicht mehr reicht.
Besonders Künstler, die sich sowohl in den Kirchen als auch im säkularen Raum bewegen (und gerade jene, die Kunst und Kirche in Verbindung bringen wollen!), leiden darunter.

„Weite des Herzens“
Zurück zur Weisheitsliteratur in der Bibel. Sie ist sehr weltoffen. 1Könige 4,29 nennt dies „Weite des Herzens“: „Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt.“ Wie ist diese „Weite des Herzens“ möglich?

„Furcht des Herrn“
Je tiefer die Wurzeln eines Baumes sind, umso weiter können seine Äste sich ausbreiten. Die biblische Weisheit hat eine sehr tiefe Wurzel: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. (Sprüche 1,7)“ „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; sie macht alle klug, die sie üben. (Psalm 111,10)“ Man kann „Furcht des Herrn“ modern so übersetzen: Die oberste Lebenspriorität ist Gott und die Liebe zu ihm. Gottesfurcht überwindet die Angst vor der „Welt“. Sie macht mutig! Und sie macht weise!

Mutiges, weltoffenes Christentum
Die Folgen davon sind: Christen wissen, dass die Welt Gott braucht. Christen lassen sich von der Weisheit Gottes und vom Heiligen Geist leiten. Christen werden mutig. Christen werden in der Welt „gehört“ und finden auch für das Evangelium offene Türen. Ich vermute, dass gläubige Künstler darin sogar Vorbilder und Vorreiter für andere Christen sein können.

Herr, gib mir Weltoffenheit. Vergib, wo ich zu ängstlich war und zu wenig gegründet in Dir. Lass mich an Mut, an Weisheit und vor allem in der Liebe zu Dir wachsen. Amen

Text: Beat Rink

Prix Plus 2017

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Der PRIX PLUS 2017 geht im 2017 als Anerkennungspreis an Eric Rütsche und die Ausstellungsmacher von Contact 4th.

Eric Rütsche
ARTS+ überreicht Eric Rütsche den PRIX PLUS Anerkennungspreis 2017 für seine Verdienste als Initiant und Leiter des Kulturhauses Guggenheim Liestal. Das Kulturhaus Guggenheim hat sich innert kürzester Zeit als Kleinkunstbühne und zusammen mit dem Restaurant mooi und dem Kulturhotel als Begegnungsort etabliert, der aus der basellandschaftlichen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken ist. Die christliche Grundhaltung des Initianten ist prägend und in der Programmgestaltung, unter anderem durch den Einbezug von Kunst mit theologischen Themen, immer wieder erkennbar. Sie verleiht nach Überzeugung von ARTS+ dem Kulturhaus eine besondere Ausstrahlung. Der Preis ist mit 1000 CHF dotiert. Link: GuggenheimLiestal

Contact 4th
ARTS+ überreicht den PRIX PLUS Förderpreis 2017 den Ausstellungsmachern von Contact 4th und ihrem Initianten Reto Scheiber.
Mit der Ausstellung in der Luzerner Matthäuskirche zum Thema „Gnade“ gelang es dem Team von Contact 4th, diesen zentralen christlichen Begriff mit den Mitteln der zeitgenössischen Kunst aufzugreifen und in der Öffentlichkeit die Diskussion darüber anzuregen. Der Preis ist mit 500 CHF dotiert. Link: RefStadtLuzern

Die Preisübergabe fand am 2. Juni um 18.00 Uhr anlässlich der Eröffnung der “Nacht des Glaubens. Festival für Kunst und Kirche” auf dem Münsterplatz Basel statt.

Kunst und Weisheit II

By Tune In No Comments

Der Zorn des Elhu (1805) von William Blake

Wenn wir „Kunst“ mit der biblischen „Weisheits-Lehre“ verknüpfen wollen (siehe TUNE IN 218), so lautet eine wichtige Frage: Wie und in welcher Form empfangen wir Weisheit? Oder eben: Wie und in welcher Form empfangen wir „Kunst“?

Hauch, gärender Wein und Geistesgabe
Eliphas, einer der Freunde Hiobs, berichtet in Kapitel 4, wie Gott ihm ein Wort der Weisheit schenkt. Es ist eine starke nächtliche Inspiration: „Ein Hauch ging über mein Gesicht; es standen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.“ (15) Hier ist Gottes Geist am Wirken. Elihu (Hiob 32) sagt Ähnliches. Er ist jung und scheut sich deshalb zunächst, vor der „Weisheit des Alters“ den Mund zu öffnen. Aber dann ergreift er doch das Wort: „Der Geist ist es in den Menschen und der Gottesodem, der sie klug macht. Nicht immer sind die betagten Weise…(8f.) Ach! Betroffen stehen sie da und können nicht mehr antworten, sie wissen nichts mehr zu sagen. Und da soll ich warten, weil sie nicht mehr reden… ? (15f.) Denn ich bin voll von Worten, weil mich der Geist in meinem Inneren bedrängt. Siehe, mein Inneres ist wie Wein, den man nicht auslässt und der die neuen Schläuche zerreisst“ (19f.).
Die Weisheit wird also von Gottes Geist geschenkt: In einem Augenblick (Bild: Hauch / Eliphas), im Verlauf eines zunehmenden Erkenntnisprozesses (Bild: gärender Wein / Elihu) oder als ein dauerhaftes Geschenk (Bild: Geistesgabe: Bezalel, Salomo – und neutestamentlich im 1.Korinther 12,8: „Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit“).

„Habe Umgang mit Weisen, so wirst du weise“
In der Bibel finden wir auch andere Aussagen über die Herkunft von Weisheit. Dort ist „Weisheit und ihr Erwerb ist … eine Sache des Menschen und steht jedem offen.“ (Gerhard von Rad). So ist der Schüler ist in der Lage, Weisheit zu erwerben („wer sich etwas sagen lässt, der wird klug“ Spr. 15,32), der Umgang mit Weisen macht weise (13,20) und notfalls „gibt der Stock Weisheit“ (29,15) – etwas, was mit der modernen Pädagogik glücklicherweise nicht mehr kompatibel ist.

Geist oder harte Arbeit?
Ist Weisheit (und Kunst) nun also eine Geistesgabe oder die Frucht harter Arbeit? Der gläubige Mensch kommt zum Schluss: Beides! Und zwar beides im Gleichgewicht zueinander. Denn sowohl unser natürliche Denk- und Lernfähigkeit als auch besondere Begabung und Inspiration kommen von Gott. Dazu müssen wir bedenken: Wenn die Bibel von Weisheit spricht, meint sie noch nicht dasselbe wie Kunst, obwohl zwischen beiden ein enger Zusammenhang besteht. Denn Kunst braucht erst recht ein Können, das nur durch harte Arbeit angeeignet wird. Und sie braucht das ehrliche Feedback anderer. Und sie braucht eine Weisheit (und Demut) höherer Ordnung, die etwa fragt: „Reicht meine Begabung für die grosse Bühne oder nur für einen Beitrag im Familienkreis?“
Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen: Der Heilige Geist möchte uns immer wieder inspirieren – und überhaupt: ganz erfüllen. Der baptistische Schweizer Erweckungs-Prediger Markus Hauser (1849-1900) schrieb: „Die Mehrheit der Jünger will nichts wissen von der Geisterfüllung. Es ist dies ein Unrecht gegen Gott, den Heiligen Geist.“
Darum ist es wichtig, dass auch wir Künstler uns danach sehnen und immer wieder darum bitten, dass der Heilige Geist uns erfüllt und inspiriert.

Text: Beat Rink

Kunst und Weisheit

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Auf der Suche nach „Kunst in der Bibel“ müssen wir nicht lange suchen. Die Bibel selbst ist in weiten Teilen ein literarisches Kunstwerk, und sie berichtet immer wieder von Kunst.

Gibt es eine biblische „Theologie der Kunst“?
Finden wir in der Bibel aber auch eine „Theologie der Kunst“? Nein, nicht explizit. Wir finden jedoch Erzählungen über die Entstehung von Kunstwerken. Und dieser „narrativen Theologie“ lässt sich sehr viel abgewinnen, was zeitlose Geltung hat. Die Schöpfungsgeschichte berichtet von der Entstehung des grössten „Kunstwerks“. Gott tritt hier sozusagen als Künstler auf. Genesis 11 erzählt dann vom lächerlichsten und zugleich verheerendsten Kunstwerk: dem Turmbau zu Babel. Und im 2.Buch Mose lesen wir von der Erbauung der Stiftshütte. Dort (und auch an anderen Stellen) finden wir eine interessante Verbindung zwischen Kunst, Heiligem Geist und Weisheit.

„Und sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe, dass sie dem Aaron Kleider machen…“
(2.Mose 28, 3)

„Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezaleel, … und habe ihn mit dem Geiste Gottes erfüllt, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit allerlei Fertigkeit, Erfindungen zu machen und sie auszuführen in Gold, Silber und Erz…“
(2.Mose 31, 2-4)

„Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr viel Verstand und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Meeresufer liegt. … Und er redete dreitausend Sprüche; und seiner Lieder waren tausendundfünf.”
(1Kö 4,29+32)

Weisheit in Israel
Wo die Bibel von „Weisheit“ spricht, öffnet sich ein weiter Horizont. Es wäre interessant, diesen auch im Blick auf die „Kunst“ auszuloten. Was sagt die Bibel über „Weisheit“, was auch für Kunst und Künstler wichtig ist? Wir gehen dieser Frage hier und in weiteren TUNE INs nach. Der deutsche Alttestamenter Gerhard von Rad (1901-1971) hat mit dem Buch „Weisheit in Israel“ dazu 1970 ein Standardwerk geschrieben.

Weise = nahe an der Wirklichkeit

Er hebt darin zum Beispiel hervor, dass Weisheit immer mit der Lebenswirklichkeit zu tun hat. Sogar die poetischsten Texte der Bibel (die Psalmen) kreisen um die Wirklichkeit und sind „voller Leben“. Biblisch verstandene Weisheit ringt um die Wahrheit – und zwar nicht abgehoben, fern von aller Lebens-Wirklichkeit, sondern mit einem tiefen Bezug zur Realität. Man kann daraus folgern: „Weisheitiche Kunst“, die von Liebe bewegt ist, wendet sich der Realität des Menschen zu.

Wirklichkeits-feindliche Tendezen in der modernen Kunst

Schon im 18.Jahrhundert sagte der Philosoph Jean-Jacques Rousseau: Die Phantasie hat das Recht, etwas zu schaffen, was noch nicht existiert. Und dieses kann höher bewertet werden, als was tatsächlich existiert. (Confessions II,9). Alles Innerliche ist für ihn wichtig – auch die innere Zeit, und in der Verlängerung dieses Gedankens üben manche Künstler Kritik an der Uhr. Die Uhr steht für etwas, was vorgegeben ist und uns bestimm – und das muss weg! (In den Bildern von Dali gibt es haufenweise schmelzende Uhren.) Besonders im 19. Jahrhundert zeigen sich dann starke künstlerische Tendenzen, die sich bewusst von der Wirklichkeit abkoppeln. So etwa in den Gedichten von Baudelaire, Rimbaud, Mallarmée oder Garcia Lorca.
Und interessanterweise fühlen sich dann immer mehr Künstler von den östlichen Religionen angezogen, die der Wirklichkeit mit grundlegender Skepsis begegnen.

(Andererseits kann selbst der verrückteste Fantasy- oder Science-Fiction-Roman oder eine abstrakte Malerei und erst recht Musik sehr viel über unser Leben aussagen!)

Die Frage ist:
Wo wird Kunst lebensfern und damit sogar lebensfeindlich?
Wo müsste sie neu „weisheitlich“ werden?
Wie erleben wir das Verhältnis zwischen Kunst und Wirklichkeit?

Text: Beat Rink

Nacht des Glaubens

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Mittlerweile steht das Programm fest.

Über 25 Veranstaltungen an 10 Orten auf dem Münsterplatz und im Münster in Basel finden am 2. Juni 2017 zwischen 17.00 – 23.00 Uhr statt. Von Rock, Pop, Jazz, Klassik über Tanz und Theater bis zu visueller Kunst und Literatur ist alles vertreten.

Komm vorbei und lass dich von dieser kreativen, künstlerischen Vielfalt begeistern.

Weitere Infos: http://nachtdesglaubens.ch/

„Gott hat hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben“

By Tune In No Comments

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) als Gefangener – Statue von Fritz Fleer (1921-1997) bei der St.Petri-Kirche in Hamburg

“Nun aber spiegelt sich in uns allen des HERRN Klarheit mit aufgedecktem Angesichte; und wir werden verkläret in dasselbige Bild von einer Klarheit zu der andern als vom Geist des HERRN.” (2.Korinther 3,18)

“Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi.”
(2.Korinther 4,6)

Vor einigen Tagen kam meiner Frau Airi auf der Strasse ein Hindu entgegen, sofort erkennbar an seinem grossen Turban. Sie sah ihn von weitem kommen. Einige Meter vor ihr blieb er stehen und sagte laut: „Sie haben eine helle Aura! Da, über ihrem Kopf. Sie müssen eine glückliche Person sein!“
Verwundert blieb auch meine Frau stehen und fragte: „Warum sagen Sie das?“ – „Einfach so“, entgegnete der Mann, „weil dies besonders ist“.
Woher sie diese Aura wohl habe, wollte sie wissen.
„Oh, vielleicht von ihrem Grossvater. Der war sicher ein besonderer Mensch! Oder sie sind ein heiliger Mensch“.
Meine Frau lächelte und sagte: „Nein, das hat nicht mit meinem Grossvater zu tun. Und auch nichts mit mir selber. Ich bin Christin. Es kommt von Jesus Christus.“ – Da wurde der Hindu ernst.
Meine Frau fügte noch hinzu: „Und ich wünsche auch Ihnen viel Segen von Gott.“ Der Mann ging nachdenklich weiter.

Das Interessante an diesem Erlebnis war, dass sich meine Frau beim Gang durch die Strasse, gerade vom Einkauf kommend, überhaupt nicht „besonders“ fühlte. Was dieser Mann sah, hatte allein mit Jesus Christus zu tun! Dass dieser Mann überhaupt ihre „Aura“ sehen konnte, ist ebenfalls seltsam. „Aura“ ist kein Wort, das im christlichen Sprachschatz vorkommt, und wir sollten uns auch nicht mit solchen Dingen beschäftigen. Sie lenken nur vom Wesentlichen ab.
Das Wichtige ist: Christus lebt in allen, die ihm dies erlauben!

Menschen erfahren bei uns Christen immer wieder etwas „Besonderes“, selbst dann, wenn wir uns gar nicht besonders „heilig“ fühlen. Das berühmte Gebet von Dietrich Bonhoeffer „Wer bin ich? spricht in sehr eindrücklicher Weise davon. LINK

Auch in einem Bild, in einem literarischen Text, in einer Choreografie, in einem Theaterstück oder in einem Konzert kann etwas von Christus erfahrbar werden kann. Dies selbst dann, wenn Christus gar nicht explizit vorkommt.
Es überhaupt nicht falsch, den Glauben in einem Kunstwerk zu thematisieren, wenn dies künstlerisch überzeugend geschieht.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber „Authentizität“, um dieses Modewort zu gebrauchen. Man kann nämlich ein Kunstwerk auch „christlich aufpeppen“, ihm einen „christlichen Touch“, einen fromm-emotionalen Anstrich geben. Aber ist es dann wirklich Christus, der „sichtbar“ wird – oder eher unser eigenes Tun? (Sicher: Gott in seiner Gnade kann selbst durch unser „frommes Spiel“ hindurch wirken. Aber er möchte uns zugleich von allem unechten „Schein“ befreien!)
Dasselbe gilt für unser Leben: Auch das Christ-Sein können wir recht gut „spielen“. Wir wissen zum Beispiel, wie wir uns am Sonntagmorgen zu benehmen haben. Oder wir orientieren uns an Frömmigkeitsformen anderer Kulturen und ahmen sie fleissig und manchmal auch angestrengt nach.

Fazit:

1.Authentizität, Echtheit gewinnen wir dann, wenn wir uns immer wieder in Erinnerung rufen: Christus lebt in uns.

2. Wir müssen dann das Christ-Sein nicht „spielen“. Umso natürlicher dürfen wir dann die Gemeinschaft mit unserem Herrn pflegen und ihm erlauben, uns „in sein Bild“ zu verwandeln.

3. Dies gilt auch für unsere Kunst.

Text: Beat Rink