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Oktober 2015

“Lobt ihn, den Herrn der Milchstraßen”

By Tune In No Comments

Der Psalm 150, den wir in TUNE IN 146 “Alles, was Odem hat, lobe den Herrn” – etwas genauer betrachtet haben, fand in der Musikgeschichte ein grosses Echo. Dies ist verständlich, denn er ruft mit wenigen Worten alle Instrumente (die kultischen wie die nicht-kultisch gebrauchten) auf zum Lob Gottes.

Entsprechend lang ist die Liste der Vertonungen. Sie reicht von Schütz über Bruckner bis zu Strawinsky und zu modernem Worship. Weniger lang dürfte die Liste der bildnerischen Umsetzungen und der literarischen Nachdichtungen sein. Ein 1981 entstandenes Gedicht, das mich seit Jahren begleitet, stammt vom nicaraguanischen Dichter und Theologen Ernesto Cardenal (*1925):

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Kulturfenster und PrixPlus 2014: Mit Kunst und Glaube

By Presse No Comments

Besuchen Sie am 25. Oktober das ARTS+ Kulturfenster 2014, den Höhepunkt der christlichen Kulturszene in der Schweiz.

ARTS+ Künstler können Ihr Schaffen im Foyer zum reduz. Eintrittspreis ohne Standkosten präsentieren: Einfach bis 23. 10. per E-Mail anmelden.

Das ARTS+ Kulturfenster ist der Höhepunkt der christlichen Kulturszene in der Schweiz. Dieses Jahr mit vier im Alltag sofort anwendbaren Workshops, einer interessanten Podiumsdiskussion und unserer bunten Abendveranstaltung mit Verleihung des PrixPlus 2014.

Das Programm:

14.00 Uhr           Workshops

Mein Künstlermanagement ohne Agentur

Wie können Künstler ihre Berufung in der Gemeinde leben?

16.00 Uhr           Die Hochsensibilität des Künstlers

Kreativität in der Gemeinde fördern

18.00 Uhr           Podiumsdiskussion – „Kunst und Gesellschaft“

19.00 Uhr           Meet & Greet mit Apéro

20.00 Uhr           Gala-Abendveranstaltung mit Verleihung PrixPlus 2014

Anmelden:

25. Oktober 2014 im gate 27, Theaterstrasse 27b, 8400 Winterthur
ab 14.00 Uhr Workshops, ab 19.00 Uhr Abendveranstaltung
Tagesticket inkl. Apéro 35 Fr. (25 Fr. für ARTS+ Mitglieder)
   Abendticket inkl. Apéro 25 Fr. (18 Fr. für ARTS+ Mitglieder)
> Jetzt ganz einfach per E-Mail anmelden oder Telefon 033 534 30 33
(Bitte geben Sie an, welche Workshops Sie besuchen wollen respektive
ob Sie nur zum Meet & Greet und zur Abendveranstaltung kommen.)

Der Banner zum ARTS+ Kulturfenster 2014



Das Programm im Detail:

Workshop I A: Mein Künstlermanagement ohne Agentur. Ist Dir Bürokram lästig? Akquise ein Alptraum? Buchhaltung ein spanisches Dorf? Organisieren und Planen nicht Deine Begabung? Wünschst Du Dir einen Manager, der all das mit Freude macht, was Dir ein Gräuel ist?

In diesem Workshop geht es um ganz praktische, alltägliche Fragen: Wie stelle ich mich als Künstler dar? Wie manage ich mein Sekretariat? Wie organi­siere ich eine Veranstaltung? Was mache ich wenn ich krank bin? Der Workshop zeigt auf, wie an Kultur interessierte Personen in Deinem Umfeld Dich als Künstler unterstützen könnten – ohne grosse Managementausbildung.

Der Schlüssel liegt in der gegenseitigen Ergänzung. Es sind oft die kleinen, aber zuverlässig ausgeführten Aufgaben, die einen grossen Unterschied machen, selbst wenn das eine oder andere selber gemacht werden muss bzw. kann!

Unsere Referenten:

Pascal Mettler ist Kulturmanager sowie Leiter und Mitinhaber der Künstleragentur Kulturbau in Winterthur- Sennhof Jean-Daniel von Lerber ist seit 35 Jahren als Kulturagent unterwegs und hat als Agenturleiter von PROFILE Productions über 3‘000 Anlässe im In- und Ausland organisiert

Pascal Mettler (links) ist Kulturmanager und Leiter sowie Mitinhaber der Künstleragentur Kulturbau in Winterthur-Sennhof. Er vertritt unterschiedlichste Kunstschaffende und veranstaltet überregional Theater und Kleinkunstveranstaltungen.

Jean-Daniel von Lerber ist ARTS+ Vorstandsmitglied, seit 35 Jahren als Kulturagent unterwegs und hat als Agenturleiter von PROFILE Productions über 3‘000 Anlässe im In- und Ausland organisiert. Seine Arbeit für alle Beteiligten bestmöglich zu gestalten und Künstler wie Veranstalter mit allen Mitteln zu ermutigen und zu fördern, ist die Passion, die ihn dabei antreibt.


Workshop I B: Wie können Künstler ihre Berufung in der Gemeinde leben? Wie gehen wir als Gemeinde mit Kunst um? Wie gehen die Künstler mit der Gemeinde um? Zusammengefasst: Kunst und Gemeinde – wie können Künstler ihre Berufung in den Gemeinden leben?

Was macht die Architektur einer Gemeinde so grossartig? Der Christ als Gestalter in seiner Rolle als Künstler, Musiker, Designer, Texter, Architekt usw. bewegt sich zwischen Verantwortung und Freiheit und beteiligt sich aktiv am Leben seiner Ortsgemeinde.

Der Workshop zeigt, wie das musikalisch einfühlsame Dienen in einer Gemeinde zum Ausdruck kommen kann, wie Gott durch uns Künstler einzelne in der Gemeinde ermutigt, herausfordert, anstösst, eint und auferbaut. Dazu wird es auch konkrete Hörbeispiele unterschiedlicher Stilrichtungen für die kreative Gestaltung innerhalb eines Gottesdienstes geben.

Unsere Referenten:

Francois Bosshard besitzt seit 1981 ein eigenes Atelier und bezeichnet sich als Gestalter, indem er als Maler, Lehrer, Grafiker, Illustrator und Bauplaner tätig ist  Martin Jufer ist Jazzpianist mit SMPV-Lehrdiplom. Er wirkt als künstlerischer Leiter von Psalmodia im Kanton Bern, als Kirchenmusiker in der ref. Kirche Worblaufen und als freischaffender MusikerFrançois Bosshard (links) erlernte den Beruf als Hochbauzeichner. An der Schule für Gestaltung in Zürich bildete er sich dann zum Werklehrer aus. Seit 1981 besitzt er ein eigenes Atelier und bezeichnet sich als Gestalter, indem er als Maler, Lehrer, Grafiker, Illustrator und Bauplaner tätig ist. Sein künstlerisches Highlight sind die Illustration der berndeutschen Bibelübersetzungen „ds Nöie und Alte Teschtamänt Bärndütsch“ sowie „d’Psalme Bärndütsch“.

Martin Jufer ist gelernter Bahn-Betriebsdisponent SBB und Ergotherapeut. Später wechselte er schrittweise in die Musik: Er ist Jazzpianist mit SMPV-Lehrdiplom. Heute wirkt er als künstlerischer Leiter von Psalmodia Kanton Bern in der christlichen Musikschule, als Kirchenmusiker in der ref. Kirche Worblaufen und als freischaffender Musiker. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich als ARTS+ Vorstandsmitglied.


Workshop II A: Die Hochsensibilität des Künstlers. Stolperstein oder Kraftquelle auf dem Weg zur Exzellenz? 

Was verstehen wir unter Hochsensibilität? Inwiefern befruchtet oder behindert Hochsensibilität das künstlerische Schaffen? Wie kann der hochsensible Künstler den Alltag meistern?

Airi Rink wirkt seit drei Jahrzehnten als Co-Leiterin von «Crescendo». In dieser Funktion begleitet sie seit vielen Jahren Musiker und andere Künstler und hält Referate und Seminare im In-und AuslandUnsere Referentin Airi Rink ist dipl. psychologische Beraterin und wirkt seit drei Jahrzehnten als Co-Leiterin von „Crescendo“. In dieser Funktion begleitet sie seit vielen Jahren Musiker und andere Künstler und hält Referate und Seminare im In-und Ausland. Die gebürtige Finnin, die in ihrem Heimatland Mitglied einer „Modern Dance Company“ war, ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und lebt mit ihrem Mann, dem ARTS+ Präsidenten Beat Rink in Basel.


Workshop II B: Kreativität in der Kirche fördern. Der Workshop stellt verschiedene Personen vor und zeigt innovative Modelle auf, die Kreativität in der Gemeinde fördern. Schlüsselfaktoren sollen so sichtbar und Inspiration für die eigene Gemeindearbeit gegeben werden. 

Über die erwünschten Fragen und Anregungen soll ein gegenseitig bereichernder Workshop entstehen.

Timo Schuster ist Geschäftsführer von ARTS+. Er ist Inhaber der Künstler- und Event-Agentur «ultimo, Artists & Eventmanagement» und Leiter des Kulturvereins «Art & Act»Unser Referent Timo Schuster ist Geschäftsführer von ARTS+. Seine reiche Erfahrung zieht er aus seiner Arbeit als Inhaber der Künstler- und Event-Agentur „ultimo, Artists & Eventmanagement“, als Leiter des Kulturvereins „Art & Act“ und als Projektleiter etlicher christlicher Grossanlässe. Timo ist verheiratet, glücklicher Vater von Zwillingen im Alter von vier Jahren und wohnt mit seiner Familie in Steffisburg bei Thun.


Podiumsdiskussion: Kunst und Gesellschaft. Kulturschaffende und Theologen diskutieren über verschiedene Aspekte von „Kunst und Gesellschaft“.

Welche Relevanz und welchen Auftrag hat Kunst in unserer Gesellschaft? Haben Künstler, die sich als Christen verstehen, vielleicht einen besonderen Auftrag? Wo sind im Blick auf die heutige Kunstszene und Kulturpolitik unsere Mitarbeit oder zumindest unsere Wortmeldung möglich oder gar notwendig? Podiumsteilnehmer sind Astrid Künzler, Adrian Furrer, Bruno Waldvogel, Andreas Widmer und Beat Rink (Leitung).

Astrid Künzler ist ARTS+ Vorstandsmitglied und professionelle Tanzpädagogin und TänzerinAstrid Künzler ist ARTS+ Vorstandsmitglied und professionelle Tanzpädagogin und Tänzerin. Sie studierte am Laban Center London und an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit 1998 unterrichtet sie an verschiedenen Tanz- und Volksschulen im In- und Ausland und unter ihrem Label „dance.motion“. Sie tanzte mit Choreografen wie Nigel Charnock und Rosemary Butcher und kreiert seit seit über 15 Jahren eigene Stücke, u. a. für die „dito dance theater company“. Astrid ist verheiratet, Mutter eines Sohnes und wohnt mit ihrer Familie in Winterthur.

 

Adrian Furrer ist ARTS+ Vorstandsmitglied und professioneller Film- und TheaterschauspielerAdrian Furrer ist ARTS+ Vorstandsmitglied und professioneller Film- und Theaterschauspieler. Er war Ensemblemitglied u. a. am Theater am Neumarkt Zürich, am Staatstheater Hannover und am Burgtheater Wien. Im Kino war er in Filmen wie „Vitus“, „How About Love“ und „Sommervögel“ zu sehen. Daneben gestaltet er Lesungen und produzierte und inszenierte eine szenische Performance als Teil der „Winterthurer Passion“. Adrian ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Winterthur.

 

Bruno Waldvogel ist reformierter Pfarrer, Produzent, Regisseur und AutorBruno Waldvogel ist reformierter Pfarrer, Produzent, Regisseur und Autor. Er wurde u.a. bekannt durch seine historischen Fantasy-Romane „Falkenstein“ (bisher zwei Bände) und durch die Produktion des Musicals „Basileia“, für das er die Story schrieb und den PrixPlus erhielt. Bruno ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt mit seiner Familie in Basel.

 

 

Andreas Widmer studierte Bildende Kunst und Kunstpädagogik an der ZHdK Zürich und arbeitet heute als bildender Künstler und KunstlehrerAndreas Widmer studierte Bildende Kunst und Kunstpädagogik an der ZHdK Zürich und arbeitet heute als bildender Künstler und Kunstlehrer. Er unterrichtet am Vorkurs der Kunstschule Winterthur und am Gymnasium Zürich-Örlikon. Andreas ist Mit-Herausgeber der Kunstzeitschrift „BART – Kunst und Gott“. Seine eigenen Arbeiten zeigt er in unterschiedlich dichtem Rhythmus. Andreas ist verheiratet, hat zwei kleine Töchter und wohnt mit seiner Familie in Winterthur.

 

 

Beat Rink ist studierter Germanist, Historiker, reformierter Pfarrer und Kulturbeauftragter der evang.-ref. Kirche Basel-Stadt sowie Präsident von ARTS+Beat Rink ist studierter Germanist, Historiker, reformierter Pfarrer und Kulturbeauftragter der evang.-ref. Kirche Basel-Stadt. 1985 hat er mit seiner Frau Airi die internationale Musikerarbeit „Crescendo“ gegründet, die sie seither leiten. Beat ist Präsident von ARTS+ und Leitungsmitglied von ARTS+ Europe und vielseitig schriftstellerisch tätig. Als Vater von drei erwachsenen Kindern lebt er mit seiner Frau in Basel.


Gala-Abendveranstaltung mit Verleihung des PrixPlus 2014

Die Nominierten des Prix Plus 2014 stellen ihre Projekte vor und präsentieren sich in Künstlerportraits, Lebensbildern und mit ihren ganz persönlichen Geschichten. Sie zeigen, wie „Kunst und Glauben“ gelebt werden und Wege in unsere Gesellschaft finden können.

Nominiert: Ensemble u l t r a S c h a l l mit "Ein deutsches Requim"„Ein deutsches Requiem“: Den kraftvollen Herzschlag pulsierender Musik mit Tanz für das Publikum spür- und sichtbar machen: Das gelang Choreographin Julia Medugno mit ihrem Ensemble „u l t r a S c h a l l“ im Requiem von Johannes Brahms. Das Gesamtkunstwerk fand bei zig ausverkauften Vorstellungen rauschenden Beifall.

Nominiert: Luke Gasser mit "The Making of Jesus Christ"„The Making of Jesus Christ“: Am Filmfestival in Warschau feierte Luke Gassers Doku-Essay Premiere, am Nevada-Festival in Las Vegas gewann er den Award als bester Dokumentarfilm. Das Publikum ist bewegt und erschüttert, die Filmkritiker sind begeistert vom „besten und ehrlichsten Jesus-Film seit langem“ (katholischer Mediendienst Schweiz).

Nominiert: Oliver Rudin und Gaspard Weissheimer mit "Son et Lumière"„Son & Lumière“: Den Glauben vom Liegestuhl aus erfahren. Das durften in der „Nacht des Glaubens“ 2013 unzählige Christen im Basler Münster. Chorleiter Oliver Rudin und Designer Gaspard Weissheimer setzten den 1000-jährigen Kirchenraum mit dem audiovisuellen Chorkonzert „Son & Lumière“ mit Gänsehautfaktor in Szene.

Nominiert: Milya-Rahel Studer mit "Tapestry of Trust"„Tapestry of Trust“: Mit Musik Bilder kreieren, mit warmer Stimme und kunstvoller Poesie über die Liebe, das Leben und das Staunen erzählen, das vermag Milya-Rahel Studer. Drei Tage brauchte sie mit ihrer Band in Winterthur, dann war das Debut-Album eingespielt. Die Herzen der Zuhörer berührt die Zerbrechlichkeit, Melancholie und Zartheit.


Übersicht & anmelden:

> Wann: 25. Oktober 2014 im gate 27, Theaterstrasse 27b, 8400 Winterthur
ab 14.00 Uhr Workshops, ab 19.00 Uhr Abendveranstaltung
> Wie viel: Tagesticket inkl. Apéro 35 Fr. (25 Fr. für ARTS+ Mitglieder)
                  Abendticket inkl. Apéro 25 Fr. (18 Fr. für ARTS+ Mitglieder)
> Wie: Jetzt ganz einfach per E-Mail anmelden oder Telefon 033 534 30 33
(Bitte geben Sie an, welche Workshops Sie besuchen wollen respektive
ob Sie nur zum Meet & Greet und zur Abendveranstaltung kommen.)

TUNE IN 146: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn - Glasfenster von Marc Chagall über Psalm 150 / Kathedrale von Chichester, England

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn

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1 Hallelujah. Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner starken Feste.
2 Lobt ihn um seiner machtvollen Taten willen, lobt ihn in seiner gewaltigen Grösse.
3 Lobt ihn mit Hörnerschall, lobt ihn mit Harfe und Leier.
4 Lobt ihn mit Trommel und Reigentanz, lobt ihn mit Saiten und Flöte.
5 Lobt ihn mit klingenden Zimbeln, lobt ihn mit schallenden Zimbeln.
6 Alles, was Atem hat, lobe den HERRN. Hallelujah.

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TUNE IN 145: Warum lässt Gott uns manchmal (künstlerisch) scheitern?

Warum lässt Gott uns manchmal (künstlerisch) scheitern?

By Tune In No Comments

Ein für seine Predigtgabe bekannter finnischer Pfarrer hielt in einer grossen Kirche eine Abdankung. Es wurde um eine berühmte Persönlichkeit getrauert, und die Christen erwarteten eine Predigt, die alle berühren würde.

Der Pfarrer begann in gewohnter Weise mit einer ausgezeichneten Rede. Aber auf einmal brach der rote Faden ab. Ein völlig neuer Gedanke tauchte auf, und machte, ohne gross entfaltet zu werden, schon einem nächsten Platz. Und das ging weiter so: insgesamt fünf Themen wurden aufgegriffen und wieder fallengelassen… Es war eine völlig misslungene Predigt! Read More

TUNE IN 144: Wir sind mehr als Stachelschweine. Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)

Wir sind mehr als Stachelschweine

By Tune In No Comments

In der Predigt unserer  Kirche Kreativ der vergangenen Woche ging es u.a. um folgende Parabel von Arthur Schopenhauer (1788 – 1860).

“Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich en einem kalten Wintertage recht nah zusammen, um sich durch die gegenseitige Wärme vor dem Erfrieren zu schützen. Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, welches sie dann wieder von einander entfernte.

Wann nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, so da sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.

So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab. Die mittlere Entfernung, die sie endlich herausfinden, und bei welcher ein Beisammensein bestehen kann, ist die Höflichkeit und feine Sitte.

Dem, der sich nicht in dieser Entfernung hält, ruft man in England zu: keep your distance! – Vermöge derselben wird zwar das Bedürfnis gegenseitiger Erwärmung nur unvollkommen befriedigt, dafür aber der Stich der Stacheln nicht empfunden.”  

Wir kennen das doch nur zu gut: Gemeinschaft ist manchmal sehr verletzend. Wir alle sind von anderen Menschen schon unzählige Male verletzt worden. Auch sensible Künstler! Wie reagieren wir dann? Gehen wir zu anderen Menschen auf Abstand? Dann wird es kalt – sowohl in unserem eigenen Leben als auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt eine passive Aggressivität die sich durch Verweigerung und durch eine grundsätzlich negative Haltung auszeichnet.

Oder reagieren wir aktiv aggressiv, indem wir andere ebenfalls verletzen? Auch sensible Künstler können übrigens aggressiv sein. Oder lassen wir Aggressionen in uns aufstauen, bis sie sich dann auf destruktive Weise ihren Weg bahnen – vielleicht in unvermittelten Ausbrüchen, vielleicht in offener Ablehnung eines Nächsten, oder auch in der Wut gegen sich selbst. Oder künstlerisch …

Schopenhauer kommt zum Schluss: “Wer jedoch viel eigene, innere Wärme hat, bleibt lieber aus der Gesellschaft weg, um keine Beschwerde zu geben, noch zu empfangen.” Dies ist ein dritter Weg, den nicht nur Philosophen manchmal beschreiten: Sie stellen sich über die anderen Menschen, sprich: über die gewöhnlichen Stachelschweine mit ihren niedrigen Bedürfnissen, weil sie sich etwas Besseres fühlen.

Einen vierten Weg zeichnet uns die Bibel vor. Dort heisst es (in Philipper 2,5-11): “Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war: Der, obwohl er in göttlicher Gestalt war, nicht daran festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm. Er wurde gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden;  er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der HERR sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.”

Christen glauben: Jesus verliess freiwillig und aus Liebe zu den Menschen die himmlische Herrlichkeit. Er brachte ihnen Gottes “Wärme”. Er liess sich, mit  Schopenhauer gesprochen, von den Stacheln anderer nicht abhalten, sondern sogar verletzen und töten. Aber er selber – zeigte keine Stacheln. Im Gegenteil: Die Stacheln vieler Menschen fielen in der Begegnung mit ihm ab. Denn die Liebe Gottes ist stärker als jede Aggression, und ihre Kraft ist grösser als die grösste dämonische Macht.

Gebet: Herr, ich wurde so oft verletzt. Darum brauche ich deine Heilung. Und ich habe auch selber andere oft verletzt. Darum brauche ich deine Vergebung. Ich bitte um beides.

Hilf mir immer wieder, “gesinnt zu sein, wie Jesus auch war …”

Hilf mir, Aggression mit Liebe zu beantworten. Und menschliche Kälte mit furchtloser Nähe.

Lass mich und lass meine Nächsten erfahren: Die von Dir her kommende Liebe ist stärker als jede andere Macht. Lass auch meine Kunst von dieser Kraft durchdrungen sein und davon sprechen.

Amen.


TUNE IN 144 vom 4. Oktober 2015  | Unser Text ist von Beat Rink, Präsident von ARTS+ | Weitere TUNE INs findest Du hier